Strom sparen hört sich in der Theorie sehr nett an – aber kann ich überhaupt Geld sparen, wenn Energiesparlampen viel teurer als Glühbirnen sind?
Energiesparlampen rechnen sich auch trotz höherer Anschaffungskosten schon im ersten Jahr. Eine bisher gebräuchliche 60 Watt-Glühbirne kostet in der Anschaffung etwa 0,75 Cent. Eine gleich helle 11 Watt Energiesparlampe kostet in der Anschaffung im Durchschnitt zwar 6 Euro, hält aber dafür durchschnittlich 8 mal länger. D.h. für einen Vergleich der Anschaffungskosten muß man in Hinblick auf ihre Lebensdauer die Kosten 1 Energiesparlampe mit den Kosten von 8 Glühbirnen vergleichen. 8 mal 0,75 = 6 €. Somit ist eine Energiesparlampe auch in der Anschaffung nicht teurer als (8) Glühlampen.
Stimmt es, dass Energiesparlampen um mehr als die Hälfte weniger Strom verbrauchen als Glühbirnen?
Moderne Energiesparlampen verbrauchen 80% weniger Strom als Glühbirnen. Während gewöhnliche Glühbirnen nur 5% der verbrauchten Energie in Licht umsetzen und die restlichen 95% in Wärme verpuffen lassen, benötigen moderne Lampen für dieselbe Lichtausbeute etwa 80% weniger Strom und haben somit einen signifikant geringerem Wärmeverlust.
In wie weit hängt der Energieverbrauch mit dem CO2 Ausstoß von Beleuchtungskörpern zusammen?
Durch die Einsparung von 80 % Energie reduziert sich der CO2-Ausstoß entsprechend.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies: Würden alle österreichischen Haushalte herkömmliche Glühbirnen dort, wo es Sinn macht, durch Energiesparlampen ersetzen, entspricht das einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 1 Million Tonnen pro Jahr.
Wieviel Energie wird durch eine Energiesparlampe tatsächlich gespart?
Wer eine Energiesparlampe an Stelle einer Glühbirne verwendet, erspart sich durchschnittlich 80% an Energie (kWh). Je nach Form und Ausführung können die Lampen verschiedenen Leistungen entsprechen, die sich um ganz wenige Watt unterscheiden. Die Tabelle gibt einen Überblick über die im Handel erhältlichen Lampen.
Glühbirne - Energiesparlampe
25 & 35 Watt - 5 Watt
40 Watt - 7 & 8 Watt
40 & 50 Watt - 8 Watt
60 Watt - 11 & 12 Watt
75 Watt - 14 & 16 Watt
85 Watt - 15 Watt
100 Watt - 18 & 21 Watt
120 Watt - 24 Watt
130 Watt *) - 23 Watt
*) Eine 130 Watt-Glühbirne gibt es nicht, allerdings würde die Leistung der Energiesparlampe solch einer Glühbirne entsprechen.
Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer von Glühbirnen und Energiesparlampen?
Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 8000 Stunden halten Energiesparlampen deutlich länger als herkömmliche Glühbirnen, die rund 1000 Stunden Leuchtkraft schaffen.
Muss ich für Energiesparlampen neue Gewinde kaufen?
Mit den beiden Standardgewindegrößen E14 und E27 passen die Energiesparlampen in jede Fassung, in der vorher eine Glühbirne eingeschraubt war.
Wie entsorgt man Energiesparlampen richtig?
Herkömmliche Glühlampen enthalten feine Drähte, die in den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen würden. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühbirnen in den Restmüll – und nicht in das Altglas.
Energiesparlampen hingegen enthalten geringste Mengen (etwa 2 mg) Quecksilber und weitere wertvolle Rohstoffe. Um ausgediente Energiesparlampen umweltfreundlich zu entsorgen und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen, müssen die ausgebrannten Lampen von anderen Abfällen getrennt gesammelt werden. Das heißt: Energiesparlampen sind zu wertvoll für den Restmüll und müssen unbedingt bruchsicher und getrennt von anderen Abfällen erfasst werden. Die ausgedienten Lampen können kostenlos entweder bei einem Altstoffsammelzentrum der Gemeinde (Recyclinghof, Mistplatz, Problemstoffsammelstelle) oder kostenlos im Supermarkt bzw, beim Elektrofachhändler beim gleichzeitigen Neukauf einer Energiesparlampe abgegeben werden.
Braucht das Einschalten von Energiesparlampen mehr Energie als eine Stunde Betrieb?
Das Einschalten verursacht keinen Mehrverbrauch an Energie. Abschalten bringt immer eine Energieeinsparung, denn jede abgeschaltete Lampe braucht überhaupt keine Energie.
Lassen sich Energiesparlampen dimmen?
Es gibt inzwischen zahlreiche Lampen-Modelle, die dimmbar sind.
Machen Energiesparlampen kaltes Licht?
Energiesparlampen sind bereits in der gleichen, angenehmen warmweißen Lichtfarbe (2700 K) wie Glühlampen erhältlich. Energiesparlampen werden in den Farben Tageslichtweiß, Neutralweiß und Warmweiß angeboten. Im Wohnraum herrscht Warmweiß vor, neutralweißes Licht eignet sich für die Küche oder das Home-Office. Tageslichtweiß wirkt hingegen kühl und sachlich.
Flimmern Energiesparlampen?
Moderne Energiesparlampen flimmern nicht, da sie mit elektronischen Vorschaltgeräten ausgestattet sind. Die elektronischen Vorschaltgeräte der heutigen Energiesparlampen bringen die Lampen mit einer Frequenz von 40.000 Hertz zum Leuchten. Da das menschliche Auge nur Schwingungen bis 60 Hertz wahrnehmen kann, ist das Licht der Energiesparlampe völlig flimmerfrei.
Gehen Energiesparlampen durch häufiges An- und Ausschalten schneller kaputt?
Energiesparlampen der ersten Generation haben zum Teil empfindlich auf häufiges Schalten reagiert. Das ist bei den heutigen Modellen nicht mehr der Fall – zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest im Rahmen einer Testreihe. Bei qualitativ guten Lampen (mit elektronischem Vorschaltgerät und Warmstart) liegt die Lebensdauer bei 12.000 Stunden, wenn die Lampe im Dauertest jeweils nach 15 Minuten für fünf Minuten aus und dann wieder für 15 Minuten eingeschaltet wird. Im normalen Büroalltag bedeutet dies zum Beispiel neun Jahre Lebensdauer, wenn täglich 16 Mal das Licht an- und ausgeschaltet wird. Für Anwendungen mit sehr häufigen Schaltvorgängen (z.B. im Treppenhaus) gibt es bereits optimierte Energiesparlampen, die für über 600.000 Schaltvorgänge ausgelegt sind.
Nimmt die Helligkeit von Energiesparlampen mit der Zeit stark ab?
Qualitätslampen erreichen nach einigen tausend Stunden immer noch über 90% der ursprünglichen Helligkeit.
Was passiert, wenn eine Energiesparlampe auf den Boden fällt und zerbricht?
Eine moderne Marken-Energiesparlampe enthält nur geringste Mengen an Quecksilber - neuere Energiesparlampen rund 2 Milligramm, ältere bzw. Billigstprodukte etwa 4-8 Milligramm. Daher ist es unbedenklich für die Gesundheit, wenn eine Lampe herunterfällt und kaputt geht. In diesem Fall reicht es aus, die Scherben zusammen zu kehren (nicht saugen!). Grundsätzlich gehören Energiesparlampen, auch wenn sie zerbrochen sind, in jedem Fall zum Altstoffsammelzentrum (Recyclinghof, Mistplatz, Problemstoffsammelstelle) oder zum Elektrofachhändler bzw. Supermarkt. Eine Lampe, die in Betrieb ist oder herausgenommen wird, gibt natürlich überhaupt kein Quecksilber ab. Das Metall entweicht nur in geringsten Mengen, wenn die Energiesparlampe kaputt geht.
Sind Energiesparlampen in der Herstellung und Entsorgung sehr energieaufwendig?
Ökobilanzen von Energiesparlampen besagen, dass sich rund 95% des Energieverbrauchs aus der Nutzungsphase ergeben. Die Herstellungs- und Entsorgungsphase haben dagegen eine nur untergeordnete Bedeutung. Durch die wesentlich längere Haltbarkeit erspart die Produktion einer einzigen Energiesparlampen darüber hinaus auch die Herstellung und den Müll von durchschnittlich acht Glühbirnen.
Ist der Quecksilbergehalt der Energiesparlampe gesundheitsgefährdend?
Energiesparlampen sind Quecksilber Niederdruck Lampen. Quecksilber ist also jener Stoff, der von den Elektronen zum Leuchten gebracht wird. Die Technologieentwicklungen der letzten Jahre stellen sicher, dass nur mehr sehr geringe Mengen an Quecksilber in einer Energiesparlampe verwendet werden. In Markenprodukten sind rund 2 Milligramm Quecksilber enthalten. Zieht man den Vergleich zu einem analogen Fieberthermometer, das 500 bis 1000 Milligramm Quecksilber enthält, kann man erkennen, wie gering diese Menge ist.
In jedem Fall verbleibt das gesamte Quecksilber bis zur fachgerechten Entsorgung und Verwertung in der Energiesparlampe. Es kann vor, in und nach Betrieb kein Quecksilber entweichen. Würde das passieren, könnte die Energiesparlampe nach kurzer Zeit nicht mehr leuchten.
Im Entsorgungs- und Recyclingprozess wird das Quecksilber mit anderen wertvollen Rohstoffen fachgerecht behandelt.
Selbst wenn eine Energiesparlampe versehentlich zerbricht, ist die enthaltene Quecksilbermenge so gering, dass sie für Menschen unbedenklich ist. Im übrigen werden bei der konventionellen Stromerzeugung durch die Verbrennung von Kohle weit größere Mengen an Quecksilber freigesetzt. Somit helfen Energiesparlampen auch Quecksilber zu sparen. Da sie 80 % weniger Strom brauchen, können 80 % Quecksilber bei der Stromerzeugung durch kalorische Kraftwerke eingespart werden.
Kann eine Gesundheitsgefährdung durch die elektromagnetischen Felder der Energiesparlampe entstehen?
Elektromagnetische Felder gehören für Menschen in Industrieländern zum täglichen Leben. Wie jedes Gerät, das mit Strom funktioniert, haben auch Energiesparlampen elektromagnetische Felder. Sie bewegen sich allerdings im Rahmen der Felder herkömmlicher Glühbirnen. Das zeigt eine im Auftrag des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit und des Bundesamts für Energie durchgeführte Studie.
Zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern gibt es außerdem international anerkannte Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO und der International Radiation Protection Agency. Diese Grenzwerte werden von Energiesparlampen um ein Vielfaches unterschritten.
Wie wirkt sich blaues Licht auf die Gesundheit aus?
Energiesparlampen sondern geringe Mengen an ultraviolettem Licht ab. Es besteht jedoch keinerlei Gefahr, wenn man diesem Licht ausgesetzt ist. Denn das bläuliche Licht von Energiesparlampen, die UV-Komponente, ist um ein Vielfaches geringer als das UV-Licht, das in Tageslicht enthalten ist. An einem durchschnittlichen Sommertag ist man einer 80.000fach höheren UV-Strahlung vom Tageslicht ausgesetzt, als sie normale Energiesparlampen absondern.
Energiesparlampen beschädigen weder das Auge, noch stellen sie ein Risiko für die Netzhaut dar. Für die wenigen Menschen, die auf bläuliches Licht empfindlich reagieren, gilt die Empfehlung, Energiesparlampen mit warmweißem Licht zu wählen. Das Licht von niedrigerer Farbtemperatur ist für photosensitive Augen angenehmer.
Warum setzt die Industrie gerade auf Energiesparlampen?
Eine alternative Technologie sind Halogenlampen, die jedenfalls effizienter als Glühbirnen, doch weniger effizient als Energiesparlampen sind.
Eine weitere Alternative sind die sehr effizienten LEDs. Die Lampenindustrie forscht ständig weiter und entwickelt bereits auch auf dem Gebiet der LED viele zukünftige Lampenalternativen. Diese Entwicklungen sind zwar teilweise schon verfügbar, brauchen allerdings noch einige Jahre, bis sie voll ausgereift sind. Bis dahin sind Energiesparlampen die effizienteste Lampentechnologie.
Warum werden in der EU Glühbirnen verboten?
Die EU-Verordnung 244/2009 ist kein Glühlampenverbot, wie oft in den Medien fälschlicherweise berichtet wird, sondern bedeutet einen schrittweisen Ausstieg aus ineffizienter Lampentechnologie bis 2016. Am 1. September 2009 tritt die EU-Verordnung 244/2009 in Kraft, die vorsieht, dass alle Mitgliedstaaten Glühbirnen bis 2016 Schritt für Schritt vom Markt nehmen. Die erste Phase wurde am 1. September 2009 eingeläutet. Ab diesem Zeitpunkt dürfen in der EU keine matten Glühbirnen und keine klaren 100 Watt-Glühbirnen mehr in Verkehr gesetzt werden. Vor dem Stichtag in den Handel gebrachte Lampen dürfen jedoch weiter verkauft werden, Glühbirnen in Gebrauch müssen nicht ausgetauscht werden. Ein Jahr später beginnt Phase 2, in der 75-Watt-Glühlampen wegfallen. Phase 3 im Herbst 2011 markiert das Ende der 60-Watt-Birne und Phase 4, die 2012 startet, besiegelt das endgültige Aus der Glühlampe. Nachfolgetechnologie der "uralt" Glühlampe ist die Halogen(glüh)lampe, die 30-50% Energieersparnis bringt. Diese Halogen(glüh)lampen dürfen auch weiter bis 2016 verkauft werden. Die effizienteste Lampe ist die Energiesparlampe mit 89 % Energieersparnis.